Visualisierung bei Multipler Sklerose
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Visualisierung bei MS-Betroffenen

 

Hintergrund

Den Menschen ganzheitlich zu betrachten ist jeher ein Grundgedanke in der Medizin. Der Zusammenhang von psychischen Bedingungen und körperlichen Funktionen, der früher bereits vermutet wurde, kann nun wissenschaftlich zunehmend mehr belegt werden. Den Einfluß, den psychische Phänomene auf körperliche Erkrankungen haben, wurde u.a. durch den sogenannten Placebo-Effekt bei medizinischen Studien deutlich. Der heilende Effekt eines Präparates ohne medikamentöse n Wirkstoff kann nur der Wirkung des Körpers und somit den Selbstheilungskräften des Körpers zugeschrieben werden.

Diese Selbstheilungskräfte scheinen durch unsere Gedanken und Vorstellungen und durch unseren Glauben an dessen Wirksamkeit verstärkt zu werden. Psychische Prozesse wirken bewußt regulierend auf die Prozesse des Körpers ein.

In den letzten Jahren etablierte sich bei verschiedenen Erkrankungen das Visualisierungsverfahren. Die Technik der Visualisierung gilt als eine spezielle Form der geistig-schöpferischen Vorstellung. Unter Visualisierung wird die bildliche Vorstellung einer Krankheitsbekämpfung und eines Heilungsprozesses in Bezug auf die Erkrankung verstanden. Berichte von Patienten zeugen immer wieder von der Wirkung, die sie durch die Visualisierung erreicht haben (Lazarus, 1980). So soll ein Magengeschwür zurückgegangen sein, nachdem die betroffene Person zwei Monate lang jeden Tag morgens und abends 10 min eine Reise durch ihren Körper visualisierte und anschließend sich vorstellte, das Magengeschwür mit einer heilenden Salbe zu lindern. Andere berichten davon, wie sie ihren Bluthochdruck durch die Vorstellung beruhigender Szenarien, wie einer schönen Landschaft, reduzierten. Ein Proband des russischen Psychologen Luria konnte mittels Vorstellungkraft seinen Puls von 70 Schlägen pro Minute auf 100 Schläge in der Minute und wieder zurück auf 70 Schläge pro Minute verändern. Die Person stellte sich dabei vor, wie sie hinter einem abfahrenen Zug hinterher eilte und dann, wie sie in einem Bett lag und kurz vor dem Einschlafen war (Luria, zit. nach Lazarus, 1980). Lurias Beschreibungen sind die ersten bekannten wissenschaftlichen Arbeiten zu der Methode der Visualisierung. Simonton, Matthews-Simonton und Creighton (1982) führten als eine der ersten eine groß angelegte Untersuchung zur Nutzung der Visualisierung als therapeutisches Mittel bei Autoimmunerkrankungen durch. Sie entwickelten aufgrund von Erfahrungen mit dem Biofeedbackverfahren und motivationspsychologischen Erkenntnissen ein Trainingsverfahren für Krebspatienten, bei dem zum einen die Lebensqualität der Patienten gefördert und zum anderen mittels der Methode der Visualisierung den Patienten ein Mittel an die Hand gegeben werden sollte, mit dem die Betroffenen selber, Krebspatienten im Endstadium, über die Vorstellung der Krankheitsbekämpfung und Heilung, Einfluß auf den Krankheitsprozeß nehmen sollten. Die Trainingsprogramme verhalfen den Patienten zu einer deutlich längeren Überlebenszeit, als der US-Bundesdurchschnitt angibt.

Jungnitsch (1992) entwickelte ein Trainingsprogramm für Patienten mit chronischer Polyarthritis (cP), das auf der Methode der Visualisierung basiert. Die positiven Ergebnisse des Trainings sowohl in Bezug auf das psychische Befinden der Betroffenen, als auch auf die krankheitsspezifischen Parameter bei Patienten mit chronischer Polyarthritis erlauben eine Erweiterung des Forschungsfeldes auf andere chronische Erkrankungen, mit der Grundlage eines autoimmunen Prozesses.
Aufbauend auf das Training von Jungnitsch (1992) und Viehhauser (1994) entstand ein Trainingsprogramm zur Visualisierung bei MS-Patienten (Hertting, 2000). Bei den Untersuchungen zur Visualisierung zeigten sich Verbesserungen in den allgemeinpsychologischen Parametern, in der Krankheitsverarbeitung und bei den medizinischen Werten.

Visualisierungstraining bei MS-Betroffenen

In insgesamt sechs Sitzungen lernen die Teilnehmer sich selber und ihren Körper besser wahrzunehmen, die Wechselwirkungen von Psyche und Körper zu verstehen und den Einfluß der Psyche auf den Körper für sich selber positiv zu nutzen. Mit Hilfe der Visualisierungstechnik wird ein neuer Zugang zu den Nervenfasern und ihrer Erkrankung gefunden. Mit Hilfe innerer Bilder kann dem Krankheitsprozess neu begegnet werden, eine völlig neue Zusammenarbeit zwischen der Person und ihrem Körper kann beginnen...

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Ein ausfühlicher Text zur Visualisierung bei MS-Betroffenen steht Ihnen hier als PDF-Datei zum Download zur Verfügung
(Datei "InfoblattVisaktuell.pdf", 143 kB).
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WORKSHOPS

Es werden folgende Kurse angeboten:

Workshops für Betroffene
Fortbildung für Psychologen/innen

Literaturtipps

Hier kommen Sie zu den Literaturtipps

 

CD-ROM

In Begleitung zum Trainingsprogramm zur Visualisierung ist eine CD herausgegeben worden. Diese umfasst die vier zentralen Entspannungs- und Visualisierungsübungen aus dem Trainings-programm.

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